Lebensmittelsicherheit
Wie kommt das Öl in Nahrungsmittel?

Montag, 30. Oktober 2017 Ohne Öl stünde unsere Welt still. Vom Auto über die Heizung bis über Hilfsmittel wie Schmierfette oder Farben: Überall wird Öl verarbeitet. Doch in Nahrungsmitteln hat es nichts verloren. Und dennoch werden dort immer wieder Stoffe aus Mineralöl nachgewiesen. Wie kann das geschehen? Wir werfen ein Licht auf das schmierige Thema.

Mineralöle kommen nahezu überall vor

Mineralöle haben in unserer Welt sehr viele Anwendungsbereiche. Sie werden zum Beispiel in Verbrennungsprozessen genutzt. Durch Abgase und Emissionen aus Motoren, Maschinen oder Bränden gibt es in unserer gesamten Umwelt eine Grundbelastung. Mineralöle kommen also nahezu überall vor. Chemiker sprechen deswegen von einem „ubiqitären“, also einem allgegenwärtigen Vorkommen. Daher gibt es reichliche Gelegenheiten für Nahrungsmittel, mit Mineralölstoffen in Berührung zu kommen und dadurch belastet zu werden. Durch die vielen verschiedenen Anwendungsgebiete und die allgegenwärtige Belastung ist es allerdings häufig sehr schwer, die Ursprungsquelle ausfindig zu machen.

Weitere Kontaktquellen

Neben der Grundbelastung gibt es noch weitere Quellen, wie Nahrungsmittel mit Mineralölen in Kontakt kommen können. Zum Beispiel nach der Ernte durch Schmierstoffe und Hydrauliköle in Erntemaschinen. Oder durch mineralölhaltige Mittel wie Staubbinder oder Antischaummittel mit denen manche Nahrungsmittel behandelt werden. Auch auf dem Transport zur Weiterverarbeitung besteht die Möglichkeit der Verunreinigung. Viele Früchte werden in Säcken transportiert, die mit sogenannten Batchingölen behandelt wurden. Manche dieser Öle werden aus Mineralöl hergestellt. Und auch bei der Verarbeitung der Nahrungsmittel in Fabriken kann es zum Kontakt mit Schmierstoffen, Hydraulikölen oder Fetten kommen, die bei Reinigungsarbeiten verwendet werden.

Kartons aus recyceltem Altpapier

Wieder andere Produkte werden in Kartons aus recyceltem Altpapier verpackt. Früher wurden viele Druckfarben auf Mineralölbasis hergestellt. Wenn die so gefärbten Papiere recycelt werden,  behalten sie die Mineralölkomponenten. Wenn etwa Schokolade in recyceltem Karton verpackt wird, migrieren die Mineralöle aus dem Karton in die Schokolade. Oft auch durch Folien hindurch. Mineralölhaltige Druckfarben, die sich in reyceltem Altpapier befinden, gelten als eine der großen Haupteintragsquellen.

Viele dieser Übertragungswege sind heute identifiziert und behoben. Durch den Einsatz von Folien mit sogenannten Barriereeigenschaften wird etwa eine Migration von außen in das Produkt verhindert. Trotzdem werden auch heute noch regelmäßig Verunreinigungen nachgewiesen.

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