HPE
30 Verpacker auf Stippvisite in Hamburg

09.05.2018 Hamburg war das Ziel der diesjährigen „Ü-40-Tagung“ des Bundesverbandes Holzpackmittel, Paletten, Exportverpackung (HPE) e.V. am Freitag, 13. April 2018. „In Anbetracht der nach der Tagung zum Druck freigegebenen, neuen HPE-Verpackungsrichtlinie wollten sich die Teilnehmer noch einmal vor Ort zum Thema Holzverpackungen und Services für den Seetransport austauschen“, so HPE-Geschäftsführer Marcus Kirschner.

Gruppenbild mit imposanter Holzkiste.
© Foto: HPE
Gruppenbild mit imposanter Holzkiste.

Bei der Betriebsbesichtigung der Securitas Logistic Services und des Break-Bulk-Terminals der C. Steinweg GmbH konnte der Weg der Waren von der Verpackung bis zur Verladung aufs Schiff praktisch nachvollzogen werden.

Bei der Securitas Logistic Services GmbH & Co. KG konnten die Teilnehmer anhand von individuellen Verpackungslösungen speziell für den Maschinen- und Anlagenbau begutachten, mit welchen Maßnahmen den hohen Belastungen durch den Salzgehalt des Wassers und der Luft sowie den starken Beschleunigungskräften beim Be- und Entladen und durch die Schiffsbewegung besonders bei stürmischem Wetter entgegengewirkt wird. „Holzverpackungen sind in diesem Fall am besten geeignet, da sie nicht nur mechanischen Schutz von außen, sondern auch ein hohes Maß an Korrosionsschutz bieten“, so Kirschner. Durch spezielle Befestigungslösungen in den Holzkisten wird der sichere Transport sperriger oder auch für den Containerversand zu schwerer und oft sehr teurer Packgüter überhaupt erst ermöglicht. „Eine Besonderheit auf hoher See sind durch Rollen und Stampfen des Schiffes auftretende Beschleunigungskräfte“, erläuterte Heike Turwitt, Geschäftsführerin der Securitas Logistic Services. Dabei können Rollwinkel bis zu 30 Grad auftreten. Auch funktioniert heutzutage kaum noch eine Maschine ohne elektronische Steuerungseinheiten. Insbesondere hier zeigen sich Holzverpackungen als die richtige Wahl, da die elektrostatische Aufladung bei Holz nicht möglich ist. Zudem schützt Holz empfindliches Gerät besser vor Temperaturschwankungen.

 

Eindrucksvoll: Verladung von Transportkisten auf das Schiff

Viele der Verpackungskisten werden von der Securitas in der Hamburger Halskestraße vom direkt angrenzenden Moorfleeter Kanal über die Billwerder Bucht und die Norderelbe zum Break-Bulk-Terminal der  C. Steinweg (Süd-West-Terminal) GmbH & Co. KG geschifft. Dort konnten die mitgereisten HPEler die Verladung von Waren in Holztransportkisten auf Schiffe mitverfolgen. „Neben der Herausforderung, ein dreidimensionales Puzzle optimal und sicher in den Bauch eines Schiffes zu verfrachten, ist es besonders wichtig, dass die Transportkisten richtig gekennzeichnet sind“ so Malte Meisch, Sales-Manager bei C.Steinweg. Die richtigen Beschriftungen und Markierungszeichen informierten nicht nur wie die sogenannte Leitmarke über Empfänger oder Absender, Auftragsnummer und Bestimmungsort und -hafen oder wie die Informationsmarkierung über Ursprungsangaben, Gewicht und Abmessungen – vielmehr seien sie für die Sicherheit für Leib und Leben von Transportpersonal, Schiffsbesatzung und Hafenarbeiter essentiell. Schwerpunkt- und Anschlagzeichen zeigen an, wo die Gurte der Lastkräne zum Be- und Entladen der Kisten anzubringen sind. „Eindrucksvoll wurde dies den HPElern verdeutlicht, als die 483 x 398 x 488 Zentimeter große und 39.000 Kilogramm schwere Kiste eines HPE-Mitglieds an den Kran eines Schiffes angehängt wurde“, so Marcus Kirschner. Am Kai des Break-Bulk-Terminals waren viele weitere Transportkisten mit unterschiedlichsten Formen, Größen und Gewichten zu sehen, die nicht in den typischen Stahlcontainer passen.

Das Terminal der C. Steinweg GmbH mit jeder Menge Packgut. © Foto: HPE
Das Terminal der C. Steinweg GmbH mit jeder Menge Packgut.

Vom Computerterminal bis zur Elbphilharmonie

Diese wiederum spielte die Hauptrolle beim anschließenden Besuch des Containerterminals Altenwerder mit seiner vollautomatisierten Logistik mit riesigen Be- und Entladestationen und Containerbrücken sowie computergesteuerten, fahrerlosen Transportplattformen. Dort wurde ein Schiff der 20.000 Twenty-Foot Equivalent Unit Klasse (TEU) entladen. Mit mehr Manpower, aber nicht weniger beeindruckend, ging es auf dem Burchardkai zu, der größten Anlage für den Containerumschlag im Hamburger Hafen. „Auch wenn es außen nicht erkennbar ist, so werden in den Stahlcontainern nicht selten Schlittenverpackungen aus Holz verwendet“, erklärt Kirschner. Am Folgetag standen noch die Besichtigung der Speicherstadt und der Austausch zu weiteren Branchenthemen auf der Agenda. Der Besuch der Elbphilharmonie rundete die Veranstaltung ab. Die Teilnehmer der Ü-40-Tagung des HPE waren sich am Schluss alle einig: Wie bei allen anderen Verpackungs- und Transportlösungen aus dem nachhaltigen Werkstoff Holz, bilden die auch Produkte und Services der HPE-Mitglieder für den Seetransport einen entscheidenden Grundpfeiler für Logistik und Transport einer erheblichen Menge an Produkten der deutschen Industrie.
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